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20-Aug-2017 17:48

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Die Fälle von sexueller Belästigung liegen teilweise Jahrzehnte zurück, eine Vergewaltigung konnte die New York Times zuerst nicht beibringen – erst jetzt gibt es Anklagen, die in diese Richtung gehen.

Vieles, was da aufgelistet wird, wäre menschlich äußerst unangenehm und durch das Machtgefälle zwischen Produzent und Untergebenen moralisch hässlich – aber nicht zwingend strafbar.

Das erste Jahr seit der für viele überraschenden Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten neigt sich dem Ende zu, und zwei Aspekte kann man zumindest jetzt schon festhalten. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Schuld sind die Feministinnen, die Trump eine zweite Amtszeit ermöglichten.

Bleiben also noch 7 Jahre, die hoffentlich genau so bleiben, aber sollte sich in der zweiten Amtszeit etwas am zweiten Aspekt ändern, so werden sich die Überlebenden vielleicht am Lagerfeuer fragen, wie es so weit kommen konnte.

Der Feminismus sieht die Gelegenheit, jetzt eine Welle zu reiten, und generell mit dem System Hollywood aufzuräumen: Mit der schlechten Bezahlung der Schauspielerinnen und der männlichen Dominanz der Regisseure, mit den alten, weissen Männernetzwerken in den Studios und bei der Verwertung, wo das grosse Geld verdient wird. Mit Weinstein fällt ein Titan des Geschäfts, und sein Fall muss als Drohung verstanden werden: Wenn es Weinstein erwischt, kann es jeden erwischen.

Und es hilft Weinstein auch nichts dass seine Frauenfiguren in den Filmen fortschrittlich waren, dass er den Film “The Hunting Ground” über sexuelle Übergriffe an Universitäten trotz aller Kritik in die Kinos brachte, und persönlich gegen Trump demonstrierte.

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Möglicherweise finden die Demokraten auch eine Person, die das Volk mehr als Frau Clinton überzeugen kann.

Es sollte einen stutzig machen, dass sowohl das feministische Portal Jezebel als auch das alt-right-Portal Breitbart eine stetig erweiterte Sammlung zu den Vorwürfen haben, und die Debatte gegen Hollywood von den gegenüber liegenden Rändern des politischen Spektrums gemeinsam anheizen.

Ich weiss, es ist verpönt, Breitbart zu lesen und Alt-Right-Aktivisten zu folgen.

Er war ´der beste Freund der Demokraten, er requirierte Millionen für Wahlkämpfe, und seine Filme zeigten Gesellschaftsmodelle, die ganz anders als das sind, was sich die Trumps und Penns und Huckabees wünschen: Es hat ihm nicht geholfen.

Es ist ein Megaskandal, und das Urteil wurde schon gefällt. Wer es dennoch wagt, sich vorsichtig für Weinstein auszusprechen, gerät im voll entflammten Internet in Verdacht, entweder auf Weinsteins Gehaltsliste zu stehen, oder gar selbst Dreck am Stecken und daher Angst vor dem anstehenden Purgatorium zu haben.Denn die New York Times zitiert Fälle, die sehr unterschiedlich sind, und mitunter mit dem Makel von Zahlungen für Schweigeabkommen versehen sind.